Projekt "Dorfschell"



Bruschied, 12.11.2022/p.a.

"Martinus" kann den Weg zeigen

Welch ein Kontrast zwischen der heutigen Life-Style-Mentalität und der Botschaft des 17jährigen römischen Offiziers Martinus. Einerseits die Aufforderung unserer Zeit: "Nimm, was Du kriegen kannst!" und andererseits die Erfahrung: "Wer teilt, der erhält mehr zurück als er gegeben hat!" 

Letzteres scheint St. Martin bildlich vermitteln zu wollen.

Es ist Samstag. In Bruschied gehen heute die Kinder mit ihren selbstgemachten Laternen durchs Dorf und feiern St. Martin. 18 Uhr, jeden Moment startet der "Lichter-Umzug". Dann setzt die Musik. Man braucht wirklich nur wenige Takte, um zu erkennen, dass das alt bekannte "St. Martin-Lied" gespielt wird. Vorne weg reitet schon "St. Martin" auf seinem Pferd. Der Weg führt zunächst über einige Straßen durchs Dorf und dann hinunter zum Gemeinschaftshaus zur früheren alten Schule.

Der ehemalige Schulhof ist der ideale Ort für den Abschluss der Feier. Hier brennt bereits das knisternde Holz des  Martinsfeuers. Es gibt Weckmänner, Würstchen und - für die "Großen" - natürlich auch den schon obligatorischen Glühwein. 

Es tut gut die Gemeinschaft zu erleben, sich Zeit zu nehmen und gleichzeitig diesen alten Brauch bewusst zu pflegen.

Erinnert er doch ganz besonders daran, wie wichtig Hilfsbereitschaft gerade in unserer heutigen Zeit ist. Eine Zeit, die so vielschichtig und schnelllebig zu sein scheint wie nie zuvor - eine Zeit, in der kaum jemand noch Zeit hat für den oder die ANDERN.

 

Gerade hier zeigt St. Martin, dass eben Jeder und Jede - entsprechend der persönlichen Situation und Möglichkeiten -  trotzdem Zeit finden kann, dem Mitmenschen beizustehen.

Dann passiert plötzlich auch das, was das Licht der Laterne verspricht. Das Dunkel wird heller und heller, je mehr Lichter angezündet werden.

So auch bei der heutigen Feier. Deshalb ein dickes Dankeschön. Danke an alle, die diese Veranstaltung erst ermöglicht haben: die Ortsgemeinde, die Feuerwehr, die Helferinnen und Helfer aber auch an die Eltern und Kinder, die das Licht von St. Martin weitertragen.

 

 



Bruschied, 09.11.2022/p.a.

... sie soll an Wirken und Schicksal erinnern

Heute, um 14.00 Uhr, fand in der Evangelischen Kirche in Rhaunen eine besondere Gedenkveranstaltung statt. Die Initiatoren hierzu waren die Evangelische Kirchengemeinde Rhaunen, der Stumm-Orgel-Verein und der Arbeitskreis Stolpersteine. 

Es wurde Samuel BAUM gedacht, der in den 20iger und 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts als Musiklehrer im Raum Rhaunen bekannt und angesehen war.

Musikalisch überzeugend intoniert wurde die Veranstaltung durch ausgewählte Musikstücke jüdischer Komponisten, deren Werke während der Naziherrschaft allesamt verboten waren.

Die Autorin Leona Riemann las aus ihrer Erzählung "Wann kommt Herr Baum" vor und gab dabei eindrucksvolle und bewegende Einblicke in das Leben und Wirken des Bruschieders. 

Zum Abschluss der Gedenkstunde erklang noch einmal die dreihundert Jahre alte und tongewaltige Stummorgel. Mit dem  "Wiener Praterleben", einem bis heute bekannten Ohrwurm,  sorgte ihr klangvolles Spiel dabei für reichlich Gänsehaut.

Im Anschluss ging es dann hinunter zur Salzengasse 9. Es ist das Haus, in dem Samuel Baum - in den 30iger Jahren - schon freudig zur Musikstunde erwartet wurde. Diesen Moment beschrieb die Autorin Leona Riemann in ihrem Buch so treffend mit dem Ausruf: "Wann kommt Herr Baum?"

Hier wurde - in Erinnerung an Wirken und Schicksal von Samuel Baum - eine Gedenktafel enthüllt.



Bruschied, 07.11.2022/p.a.

"Der Ruf des POW"

... nach 76 Jahren wieder entdeckt

Richtig - ein seltsam anmutender Titel für unsere "Dorfschell". Doch diese besondere Geschichte muss einfach Erwähnung finden: 

Es war im Laufe des Jahres 2022. Eine junge Familie hat ein älteres Haus im Ort erworben und ist engagiert dabei die ersten Renovierungsarbeiten durchzuführen.

Sie kommen zügig voran. Doch als die Arbeiten den Dachstuhl erreichen zeigt sich in einem dunklen Winkel des alten Gebälks ein kleines braunes "Fundstück".

Beim ersten Hinsehen war es nur ein alter Fetzen braunes Packpapier, das mit dem Staub der letzten Jahrzehnte bedeckt war. Vorsichtig wurde es ans Tageslicht gebracht. Die Überraschung war groß.

Es handelte sich um ein handgeschriebenes Heft, das die Aufschrift "Heimat, Lieder" trug. Dort finden sich 25 Gedichte, die zum Teil auf bekannte Melodien auch gesungen werden können.

Alle stammen aus der Feder von Peter Götz. Er war 1897 in Bruschied geboren worden und war von Beruf Maurerpolier. Mit 42 Jahren kam er an die Westfront und geriet 1944 in englische Gefangenschaft.

Die Gedichte stammen alle ausnahmslos aus der Zeit von 1944 bis 1946, wie Datum, Ortsangaben und Lagernummern belegen.

Sie zeigen eindrucksvoll, welch tiefe Gedanken den Gefangenen, Peter Götz, bewegten und was ihm - trotz seiner Situation - besonders wichtig schien. Es waren dies seine Frau, seine Hoffnung auf eine gesunde Heimkehr zu seiner Familie, die Gedanken an sein Heimatdorf Bruschied, sein fester Glaube sowie seine unerschütterliche Hoffnung, dass alles irgendwann ein gutes Ende nimmt und er gesund nach Hause zurückkehrt.

Die hier veröffentlichten Abbildungen zeigen auszugsweise zwei der 25 Gedichte, in denen der  Verfasser sich seine Hoffnungen und Wünsche im Gefangenenlager in England von der Seele schrieb.

POW steht für "Prisoner of War" - Kriegsgefangener
POW steht für "Prisoner of War" - Kriegsgefangener


Bruschied, 11.09.2022/p.a.

"Nur die Sonnencreme hat noch gefehlt"

Irgendwie ist es immer etwas Besonderes, wenn es zum ersten Mal unternommen wird. Gemeint ist der erste Flohmarkt in Bruschied. Das gut ausgewählte Areal am Gemeindehaus bot ausreichend Platz für die gemeldeten 15 Stände. Und so konnten die Standinhaberinnen und -inhaber zwischen 11.00 Uhr und 16.00 Uhr ihre besonderen "Waren" darbieten. Es kamen zahlreiche Besucher sowohl aus Bruschied als auch aus den umliegenden Ortschaften. Ja, sogar holländische Besucher fanden den Weg zum Flohmarkt dank der kleinen Hinweisschilder, die die Organisatoren in weiser Voraussicht an den Durchfahrtsstraßen im Dorf aufgestellt hatten. Es gab schließlich viel zum Stöbern. Gleichzeitig konnten Jung und Alt sich angeregt unterhalten, zwischendurch mal eine Bratwurst essen und natürlich miteinander feilschen.

 

Sogar das Wetter meinte es gut. Denn die Sonne schien ohne Unterbrechung den ganzen Tag über. Kurzum: ein tolles Event.

Eine Besucherin fasste die Veranstaltung augenzwinkernd und treffend zusammen: "Das hier ist ein toller Flohmarkt, nur die Sonnencreme hat noch gefehlt". 

 

Flohmarkt am Gemeindehaus Bruschied
Flohmarkt am Gemeindehaus Bruschied


Bruschied, 22.08.2022/p.a.

Wieder Illegale Entsorgung

Eigentlich ist es ja nicht mehr wahr, wie man so beiläufig sagen könnte. Doch es ist ganz sicher kein Spaß.

Wieder einmal kam es in der Zeit vor dem vergangenen Wochenende zur illegalen Beseitigung von Altreifen - vielfach auch mit Felgen.

 

Wieder einmal auf der Gemarkung Bruschied.

 

Nur diesmal eben unmittelbar an der Straße nach Schneppenbach. Beim Vorbeifahren  ist die Stelle sogar gut sichtbar, denn sie liegt in unmittelbarer Nähe des dortigen kleinen Parkplatzes auf der rechten Seite.

Bleibt zu hoffen, dass wenigstens diesmal irgendjemand Hinweise geben kann, die es erlauben, dass der oder die Verursacher "entdeckt" werden können.

Hinweise bitte an die Ortsgemeinde Bruschied.


Bruschied, 11.10.2022/p.a. - Wichtiger Hinweis:

Der Verursacher der illegalen Entsorgung konnte zwischenzeitlich ermittelt werden. Die Altreifen wurden bereits entfernt!!!