Projekt "Doafschell"



Oberwesel/Bruschied, 01.08.2021/h.f.

Ein abendliches Konzert

...im Gedenken an Samuel Baum

 

Am 31.07.2021 fand im Klosterhof Oberwesel ein Konzert zum Gedenken an den aus Bruschied stammenden und in der Region bekannten und beliebten, jüdischen Musiker Samuel Baum statt. Er unterrichtete verschiedene Musikinstrumente wie Klavier, Horn und Violine, spielte auf Tanzveranstaltungen und seine Konzerte wurden gut besucht. Samuel Baum und seine Frau Johanna Bonnem wurden 1942 aus Bruschied deportiert und ermordet.

 

Bei Umbau des Hauses Heich in Bruschied – hier wohnte bis 1942 die Familie Baum – fand sich auf dem Speicher ein altes Notenheft. Es enthielt allerdings nur die Bassnoten von Tanzstücken wie Walzer, Polka, Rheinländer usw. Vermutlich stammte es von Samuel Baums Vater Simon. Die Familie Heich stellte die Noten über den Stumm-Orgelverein Rhaunen der Synagoge Laufersweiler zur Verfügung.

 

Christof Pies (Synagoge Laufersweiler) und Heiner Schneider (Stumm-Orgelverein Rhaunen) erläuterten, wie die Aufführung in Oberwesel möglich wurde. Leona Riemann las aus ihrem Erzählband die Geschichte „Wann kommt Herr Baum“ vor, welche die persönlichen Erfahrungen einer Rhauner Familie mit dem Musiklehrer Baum in den dreißiger Jahren bis 1942 behandelt.

 

Im Jahr 2020 wurden mit Förderung staatlicher und privater Stellen die fragmentarischen Musikstücke aus dem Notenheft um die fehlenden Stimmen kompositorisch von Peter Przystaniak ergänzt und vervollständigt. Die Uraufführung dieser musikalischen Rekonstruktion fand nun durch das Klezmer-Duo Gabriely / Przystaniak in Oberwesel statt. Das von den Zuhörern gefeierte Duo brachte weiterhin aus seinem umfangreichen Repertoire zahlreiche Stücke von Klezmer bis Benny Goodman zu Gehör.

 

Eine Wiederholung des Konzertes in Rhaunen oder Bruschied wäre sicherlich auf Grund des regen Zuspruches möglich. In diesem Zusammenhang sei an die Stolpersteinverlegung für die Familien Baum und Dornhard in Bruschied am 11.09.2021 um 9.00 h erinnert.

 

Die Fotos zeigen die ausgebuchte Veranstaltung in Oberwesel und das Baumsche Notenbuch, wie es aufgefunden wurde.

 



Bruschied, 21.07.2021/p.a.

Die Gabb

"Ämo voor - unn dann serick"

 

Druwe uff de Heeh

do hingd awei ne Gapp.

Seltsam scheint ma die Idee.

Wer wuuhl die im Kopp gehad?

 

Loo der Platz iss schunn ganz scheen

mit der Aussischd iwat Land,

unn et lohnt sich hien se gehn,

seiht ma doch so allahand.

 

Doch mir scheint e bisje dinn

hei de Ast vumm Baam se sinn.

Wirklisch gabbe sullt ma nitt.

S´ iss halt nur e dinnes Stigg.

 

E Simbohl kann´s trotzdäm sinn,

wie die Gabb schwingd - her und hien.

Fast so, wie im rischd'sche Läwe:

"Ämo voor - unn rickwärds äwe".

 

 



Bruschied,15.07.2021/p.a.

Die "Service-Provider"

...die Männer im Hintergrund

Wer heute das Grab seiner Lieben auf dem Friedhof besucht und das flüssige Nass kostenlos aus den beiden Wasserbecken schöpft, um seine Gräber zu gießen, der mag dies bestenfalls als bequem empfinden oder man sieht es vielleicht sogar als selbstverständlich an.

Komfortabel ist es wohl, doch es muss auch unterhalten werden. Wer sorgt eigentlich dafür, dass alles funktioniert und nötigenfalls Reparaturen durchgeführt werden?

Das bleibt oft im Hintergrund und man fragt vielleicht dann erst nach, wenn plötzlich das Wasser ausbleibt, wie in der Vergangenheit geschehen.

Dann kommen die "Service-Provider". Sehr frei übersetzt sind es die "Dienstbaren Geister, die für das Wieder-Funktionieren sorgen".

Im vorliegenden Fall wurde bei der Kontrolle der Zuleitung - im Bereich unterhalb des alten Sportplatzes - ein undichter Abschnitt entdeckt, der so schnell wie möglich repariert werden musste. Die Zuleitung wurde mit Eigengerätschaften freigelegt und eine neue Verrohrung eingebaut.

Damit die Örtlichkeit in Zukunft besser erreichbar bleibt, entschloss man sich, diese mit einer Art Kanalschacht zu versehen, der einen leichteren Zugang sichern soll. Aber zurück zum Anfang. Wer sind denn nun die Kümmerer oder neudeutsch die "Service-Provider"? 

Es sind in diesem Fall die beiden Gemeinderatsmitglieder Guido Fabian und Markus Heich.

Vielen Dank für diesen beispielhaften Einsatz, er verdient es, dass darüber berichtet wird!