Brauchtum


Klappern

Bruschied, 03.04.2015 / p.a.

 

Es gibt ihn noch - diesen schönen Brauch, dass im Ort die Kinder mit Klappern durch die Straßen ziehen. So auch in Bruschied.

Dies geschieht immer in der Karwoche - und hier am Karfreitag bis Ostersonntag.

Wer es nicht weiß, der fragt sich: Was bedeutet dies?

In katholischen Gegenden wird dieser Brauch seit vielen Generationen gepflegt. So schweigen die Glocken der Pfarrkirchen von Karfreitag bis Ostersonntag in der Früh - also zur Zeit der Grabesruhe Jesu. Vielfach sagt man, dass die Glocken nach Rom geflogen seien.

Um dennoch für die Gläubigen das sog. Angelusläuten (früher 6, 12 und 18 Uhr) anzukündigen, bediente man sich verschiedener Lärm erzeugender Geräte.

 



In Bruschied ist es üblich Klappern zu benutzen, in anderen Regionen sind es oft auch Ratschen.


Die Klapper besteht aus einem beweglichen hölzernen Hämmerchen, das durch Hin- und Herbewegen auf eine Holzplatte schlägt. Dabei wird das typische Geräusch erzeugt, das von den Kindern hin und wieder wie ein Rhythmusgerät benutzt wird.



Sternsingen

 

Bruschied, Januar 2015/p.a.


Was hat es eigentlich mit dem Sternsingen auf sich?  Was ist dies für ein Brauch und worauf geht er eigentlich zurück?

Im Neuen Testament, in der Weihnachtgeschichte, werden drei Männer erwähnt, die einen Stern hatten aufgehen sehen.  

Der Evangelist Matthäus bezeichnet sie lediglich als Sterndeuter. Mehr sagt er nicht dazu. Zu  Beginn des 3. Jhd. nach Christus bezeichnet der Theologe und Kirchenschriftsteller ORIGENES die Sterndeuter als Magier. Doch es gab weiterhin keine Namen für die einzelnen Personen.

 

In Ravenna/Italien gibt es ein Mosaik, das aus dem 6. Jhd. stammt. Es belegt erstmals, dass eine Namensgebung stattgefunden haben muss. Dort wird der Älteste der drei “Magier” als “Caspar”, der etwas Jüngere als “Balthasar” und der Jünsgte als “Melchior” bezeichnet.

Die drei Namen stammen ursprünglich aus der persischen Sprache. “Caspar” bedeutet Schatzmeister; “Balthasar” heißt so viel wie Lichtkönig und Melchior ist der Ausdruck für Gottesschutz.

 

Es rankten sich in den nachfolgenden Jahrhunderten viele Deutungen um die drei aus dem Morgenland. So standen sie auch sinnbildlich für die drei Kontinente, die damals bekannt waren,, nämlich Europa, Afrika und Asien.

 

In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass ursprünglich keiner der Magier schwarze Hautfarbe besaß. Erst ab dem 6. bis 7 Jhd. trat zunächst Kaspar, später dann aber Melchior mit schwarzer Hautfärbung in die Geschichte der “drei Konige”, wie sie nun auch hießen. Man muss erwähnen, dass die Hautfarbe schwarz einen damals so genannten “Mohren” bezeichnete. Es bedeutete soviel wie “einer der Vornehmsten”.

 

Etwa um die Jahrtausendwende - so eine Legende - kamen im Rahmen der Reliquienverehrung die Gebeine der “heiligen drei Könige” von Konstantinopel (heute Istambul) zunächst nach Mailand und später nach Köln, wo sie heute noch in einem Schrein im Dom aufbewahrt werden.

So sollen auch die Reliquien 1248 dazu geführt haben, dass der Erzbischof von Köln das größte gotische Bauwerk in Auftrag gab.

 

Das eigentliche “Sternsingen” kann etwa seit dem 15./16. Jhd. belegt werden. Es entstand wohl aus den früheren “Dreikönigsspielen” und war besonders in Mitteleuropa gebräuchlich. Oft wurden die Gesangseinlagen auch von Klosterschülern erbracht.

In einigen Gebieten - vor allem in Süddeutschland - war das “Sternsingen” z.B. nur einigen bestimmten Berufsgruppen erlaubt. In anderen Gegenden machten sich auch Kinder auf den Weg, um für sich und ihre Familien Spenden einzusammeln. Das konnte Geld sein, es konnte aber auch in Form von Naturalien gegeben werden.

 

Etwa Mitte des 20.Jhd. kam es dann zu einer Art zentraler Steuerung der “Sternsingeraktionen” durch die Kirchen.

 

So werden heute die “Sternsinger” von der jeweiligen Pfarrgemeinde entsandt und nehmen Spenden entgegen, die einem bestimmten Zweck dienen sollen. Oft sind es Projekte im Rahmen der Entwicklungshilfe, die - vorrangig mit Geld - unterstützt werden.

 

Peter Altmayer